Das Konzept der sektorspezifischen Prüfung

Das IFPM hat seine sektorspezifischen Prüfungen zu einem nützlichen Instrument für Schulen, Lehrer und Schüler gemacht. Das Ziel ist klar: Ihnen soll ermöglicht werden, sich entsprechend den Erwartungen der Unternehmen beruflich zu etablieren. Hierfür bietet ihnen das IFPM eine „schlüsselfertige“ Prüfung für den Erwerb von Kompetenzen.

Der Schüler wird während des gesamten Verlaufs mittels mündlicher Prüfungen, Klausuren, praktischen Arbeiten und speziellen Prüfungen wie beispielsweise den Qualifikationsprüfungen beurteilt. All diese Beurteilungsmethoden haben eins gemeinsam: Sie basieren auf schulischen Kriterien. Kriterien, die logischerweise auf eine bestimmte Art und Weise bestimmen, welchem Lerntyp der Schüler entspricht, wie er die Vorgehensweisen erlernt und diese anschließend auf seine Arbeiten anwendet.

Natürlich ist jedem klar, dass zwischen Schule und Unternehmen ein großer Unterschied herrscht. Die Erwartungen eines Lehrers an einen Schüler sind nicht dieselben, die ein Chef an einen Arbeiter stellt.

Das IFPM hat seine sektorspezifischen Prüfungen genau so konzipiert, dass sich beide Ansichtsweisen miteinander vereinen lassen. Aufgrund ihrer Art ermöglichen sie den Schülern der Ausbildungszweige, die zu den entsprechenden Berufen führen, ihre Kompetenzen zu vergleichen, die sie im Hinblick auf eine andere Welt erworben haben: der der Unternehmen. Folglich ermöglichen Sie auch denen, die ihre Ausbildung im schulischen Rahmen gewährleisten, die etwaigen Bereiche zu identifizieren, in denen sie bis zum Ende ihrer Schullaufbahn weitere Fortschritte erzielen können.

Das ist im Prinzip die Definition von „Instrumente zur Bewertung der Kompetenzen“.

Es ist ein Instrument, das der Weiterentwicklung und nicht der Bestrafung dient

Es kursieren regelmäßig Gerüchte darüber, dass die sektorspezifischen Prüfungen des IFPM ein Mittel zur Beurteilung der Schulen und Lehrer darstellen. Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Die sektorspezifischen Prüfungen ermöglichen nämlich nicht nur den Schülern, sich individuell anzusiedeln, sondern auch den Lehrern und Schulen, ihren Unterricht sowie ihre Methoden entsprechend den Erwartungen der Unternehmen an ihre Schüler auszurichten.

Nach Abschluss der theoretischen sowie praktischen Prüfung erhält der Schüler einen individuellen Teilnahmebogen. Dieser ermöglicht ihm zu sehen, wo er sich in den verschiedenen Kompetenzbereichen des von ihm erlernten Berufs einordnen kann: Beherrscht er ihn gerade eben oder ziemlich gut? Oder sind seine Kenntnisse nur unzureichend oder gar nicht vorhanden?

Der Lehrer erhält eine Kopie sämtlicher Bögen seiner Schüler. Aufgrund dessen, dass der Lehrer für jeden Schüler über ein weiteres Nachverfolgungsinstrument verfügt, das über die in der Einrichtung oder die Praktika im Unternehmen absolvierten schulischen Prüfungen hinausgeht, kann er nach Bedarf eventuelle allgemeinere Tendenzen im Verhältnis zur Klassengemeinschaft identifizieren und dies, sofern er es wünscht, als Instrument zur Beobachtung des Fortschritts für sich selbst und/oder seinen Bereich nutzen.

Die sektorspezifischen Prüfungen des IFPM können ebenfalls, sofern der Lehrer und die Schule dies wünschen, in die Beurteilung der Schüler im Rahmen der integrierten Prüfung für die Erlangung des Qualifizierungszeugnisses einfließen. Die Prüfungen werden von der Föderation Wallonien-Brüssel als Prüfungen für den Erwerb von Kompetenzen (EAC) anerkannt.

Eine direkte Verbindung mit der Arbeitswelt

Die Schüler werden ab der ersten Etappe, und zwar bei der theoretischen Prüfung mit einer anderen Art von Fragetechnik konfrontiert. In einer mehr und mehr computerisierten Gesellschaft ist das Verwenden eines Onlinefragebogens offensichtlich kein Zufall. Doch das ist nicht alles. Auch, wenn es sich um einen „theoretischen“ Fragebogen handelt, beziehen sich die aufgeführten Fragen auf praktische Fälle, die typischerweise im Unternehmen eintreten. Es geht für den Schüler nicht darum, nur theoretisches Wissen wiederzugeben, sondern dieses auch auf konkrete Fälle anzuwenden, die ihm vorgelegt werden.

Falls das Praktikum nicht direkt vom IFPM organisiert, sondern der Schule überlassen wird, findet selbstverständlich eine Beratung statt. Das Praktikum ist bereits eine Art Vertrautmachen mit der Arbeitswelt. Unabhängig davon, welchen Beruf er ergreift, muss der Schüler zweifelsohne in Zukunft ein sektorspezifisches Zentrum oder Kompetenzzentrum besuchen, um seine Weiterbildung zu absolvieren. Dieses Praktikum ermöglicht ihm nicht nur, sich auf die praktische Prüfung vorzubereiten, sondern auch eine neue Lernmethode unter Leitung von Ausbildern zu erforschen, die es gewohnt sind, ihre Kenntnisse und ihr Know-how verschiedenen Zielgruppen einschließlich den Fachleuten des Sektors zu übermitteln.

Die zweite Etappe, d. h., die praktische Prüfung, stellt den Abschluss des Prozesses dar. Der Schüler wird dann mit einem Fall konfrontiert, der einer praktischen Situation im Unternehmen ähnelt: die Anfertigung eines Werkstücks, das Stellen einer Diagnose, ... Er wird somit sich selbst überlassen und muss die ihm auferlegte Aufgabe erledigen. Hierfür muss er seine gesamten Kompetenzen in die Praxis umsetzen.

Falls der Schüler die Kriterien der sektorspezifischen Prüfungen erfüllt, erhält er schlussendlich das sektorspezifische Zeugnis (evtl. zusätzlich zu speziellen Zulassungen für den Beruf des Schweißers). „Ein Punkt mehr, den man im Lebenslauf angeben kann“, sagen sie oft. Ja, aber auch ein Punkt, der von den Unternehmen des Sektors tatsächlich berücksichtigt und gewürdigt wird, da sie die Qualität der zugrunde liegenden Prüfungen kennen ...